IstanbulStreet PhotographyReihe von Anglern schaut über Brüstung einer Brücke

Die Galatabrücke – einer meiner absoluten Lieblingsplätze. Hier entdecke ich eine lange Schlange von Menschen. Sie alle blicken über die Brüstung, hinunter ins Wasser. Die meisten von ihnen verbindet der Job. Die tägliche Mühe für das hart umkämpfte Überleben. Der Fischfang ist für viele Einwohner hier in Istanbul eine häufig genutzte Einkommensgrundlage, um Frau, Kinder und zuletzt auch sich selbst zu ernähren. Sie bilden die Grundlage des täglichen Lebens.

Der Alltag ist nicht leicht. Die Meere und andere Gewässer sind bereits restlos überfischt, auch die Motivation scheint darunter zu leiden. Mehr als zehn Mann kämpfen um die letzten Fische, um ein paar Münzen mehr nach Hause bringen zu können. Es ist der Beruf unzähliger Fischer. Oder eher die Berufung? Doch wirklich Spaß scheinen die Fischer nicht zu haben. Zu groß ist die Anstrengung, in einer Stadt wie Istanbul zu überleben und mit der eigenen Arbeit ein gutes Geschäft zu machen.

Die vielen Passanten und Touristen scheinen sich hieran nicht zu stören. Für sie ist es fast schon eine kleine Sehenswürdigkeit, ein häufiges Motiv für schöne Urlaubsbilder. Was die Fischer davon haben? Gewiss nicht viel. Vielleicht noch mehr Urlauber, deren Wunsch nach Fisch die Grenzen der Meere sprengt. Vielleicht ein weiterer Konkurrent, der sich am überfischten Markt beteiligt und den täglichen Überlebenskampf noch härter werden lässt.

Doch was macht der Mann im Zentrum des Bildes? Er schaut in die Ferne. Eine Angel hat er nicht. Wirklich befreiend erscheint der Eindruck jedoch auch nicht. Seine Haltung wirkt leicht erschöpft, er stützt sich am Geländer ab. An was der Mann denkt, wissen wir nicht. Doch was es auch ist, so wird es für immer festgehalten.