IstanbulStreet Photography5 Jungen mit Einkäufen

Diese Straßenkinder habe ich am Eminönü – einem Platz in der Nähe der Galatabrücke getroffen. Ich wollte sie heimlich fotografieren, aber dann haben sie mich entdeckt. Anstatt sauer zu sein, haben sie mich gebeten ein paar Bilder von ihnen zu machen. Einmal ein Star sein für einen kurzen Augenblick?

Trotz fröhlichen Gesichtern bin ich nicht ganz überzeugt. Was verbirgt sich hinter den Mienen der Kinder? Es wirkt wie die Sonne nach einem kräftigen Gewitter, wie der Glanz in einem öden und immer wiederkehrenden Alltag. Dem Eindruck der Stadt gerecht zu werden, erfordert Balance. Auch von Kindern, ihrem Erscheinen und ihrem täglichen Leben. Was sich hinter diesem Schein verbirgt, lässt sich nur vermuten.

Doch wirklich gut scheint es den Jungen nicht zu gehen. Viele von ihnen tragen keine Schuhe, laufen so über das unebene und schmerzende Kopfsteinpflaster. Einer der Jungs fragte mich dann, ob ich ihnen etwas zu Essen und einen Nachtisch kaufen könnte. Sie hätten einfach Hunger. Das hat mich zutiefst traurig gemacht. Kinder sollten in einer Welt voller Wunder und Freude aufwachsen – und nicht auf der Straße. Viele Eindrücke werden erst dann wirklich klar, wenn man genauer hinsieht, wenn man sich selbst auf Spurensuche begibt. Nur so wird klar, was sich hinter den vielen Facetten dieser magischen Stadt wirklich verbirgt.