BudapestStreet Photography

Schönheit trifft auf die vielen Schattenseiten der Stadt, das tägliche Geschehen passt sich an. Im Zentrum liegt ein älterer Mann, direkt auf den abgenutzten Steinen. Obdachlosigkeit gehört in der Stadt leider zum Alltag und ist für viele Menschen längst nichts Besonderes mehr. Im Hintergrund zu sehen, ein kleiner Junge, der auf dem Rad die Schaufenster durchstöbert. Auch eine junge Frau kommt gerade aus der Unterführung heraus. Beachtung für den schlafenden Mann? Keineswegs!

Direkt hinter diesem befindet sich eine Bankfiliale, der exakte Kontrast vom durch Armut geprägten Leben des Mannes. Er selbst scheinbar mittellos, seinen gesamten Besitz am Körper tragend, liegt vor dem Ort des Geldes. In der Spiegelung des Geschäfts zeigen sich die Spuren des Alltags, eine große Straße und viele Wohnhäuser. Ein passender Anblick sieht anders aus, doch die Realität kennt keine festen Formen und Muster. Der Mann, nicht zwingend Symbol der Stadt, jedoch auch keine Ausnahme, ist zumindest unbeeindruckt und lebt sein Leben.

Dies tut nicht nur er. Eigentlich jeder Passant zeigt sich vollkommen unbeteiligt. Ich als Schöpfer des Bildes komme mir fast schon ein wenig komisch vor, zeige Interesse für das Leben der Menschen. Anonymität wird hier scheinbar großgeschrieben, weshalb sich auf einen Blick deutlich mehr als nur die Spuren der Armut vermuten lassen. Auch wenn vieles in der modernen Zeit durch Besitz und Erscheinung geprägt wird, sitzt die wahre Menschlichkeit deutlich tiefer. Erkennbar ist diese von außen nicht, doch wir wissen immer, dass sie vorhanden ist.